Angriffe

1. und 4. März 1945

Bomben über Neu-Ulm. Sie zerstören ca. 80 Prozent der Innenstadt. Neu-Ulm ist damit eine der am stärksten zerstörten Städte in Bayern, 1. oder 4. März 1945. StaNU, Mangold
Feuer schlagen aus den Fenstern in der Augsburgerstraße. Die Menschen versuchen zu retten, was noch brauchbar ist. 4. März 1945, StANU
Kurz nach dem Angriff stehen die Rauchschwaden vor der Bäckerei Beck in der Friedensstraße in der Luft. 4. März 1945, StANU, Heimatmuseum
Das zerstörte Gebäude der Kolonialwarenhandlung Thumm in der Kasernstraße.Sommer 1945, StANU, Heimatmuseum
Foto der alliierten Luftaufklärer. Es diente zur Prüfung der Schäden und zur Vorbereitung auf den nächsten Angriff. 2. März 1945, StANU

„Luftgefahr 15. Fliegeralarm. […] Das Brummen der Bomber wurde immer lauter. Eine Sprengbombe hatte das für bomben-sicher gehaltene Festungsgewölbe durchschlagen. […] Der
innere Stadtkern von Neu-Ulm war nicht wieder zu erkennen.“
August Welte

Der zweite Großangriff am 1. März 1945 hatte für Neu-Ulm die gravierendsten Folgen. Etwa 420 Flugzeuge warfen zwischen
13.15 Uhr und 14 Uhr 1.950 Sprengbomben, 100.000 Stabbrand-bomben, 10 Minenbomben und 1.100 Flüssigbrandbomben ab. Eine Luftaufnahme vom 2. März zeigt die Zerstörung durch die Bomben
des Angriffs. Nur noch wenige Dächer sind intakt. Man sieht in das Innere der Häuser, erkennt sogar die Raumauf­teilung. Die Stadt ist übersäht mit Kratern.

„[…] denn man wusste ja schon, sonntags oder donnerstags kommen sie – hat mer drauf gehen können. Dadurch, dass die Erde immer noch gefroren war, war der Aufprall viel stärker. Der Luftdruck hat unwahrscheinlich geschafft – Hausdächer wurden abgeworfen, im Keller kam der Luftdruck durch die Eisen- und Kellertüren durch.“
Desdemona Buck

An diesem Tag verloren 472 Menschen ihr Leben, 181 wurden verletzt und 17.500 Menschen wurden obdachlos.

Wie das Luftaufklärerfoto zeigt, war die Friedenskaserne vorerst
noch intakt. Drei Tage später ereilte die Stadt der nächste Angriff. Mit weniger Flugzeugen, aber nur unwesentlich weniger Munition. Nochmal 154 Tote, 321 Ver­letzte und 11.500 Obdachlose.
Diesen Großangriffen folgten bis zum Einmarsch der Alliierten am
24. April 1945 sechs weitere gezielte Angriffe durch Jagdbomber auf den Bahnhof, die Eisenbahnbrücke und Offenhausen.