Gänstorbrücke

Notbrücke aus Holz mit Bau-Seilbahn und Gleisen für Trümmer und Baumaterial, vermutlich. Blick auf Neu-Ulm mit dem Gänstorturm der im Krieg sein Dach ver­loren hatte, 1946, StANU, Heimatmuseum
Alte Gänstorbrücke nach Beschädigung durch Luftangriffe, aber noch vor Sprengung durch deutsche Truppen, 1945, StANU, Mangold
Links die noch stehende provisorische Brücke mit Oberleitungsbus, rechts bereits die im Bau befindliche östliche Hälfte der neuen Spannbetonbrücke, 1949, StANU
Notbrücke aus Holz, im Hintergrund die beschädigte Häuserzeile an der Brückenstraße, 1945, StANU, Welte
Neue Gänstorbrücke und wiederauf­gebaute Gebäude auf Neu-Ulmer Seite, 1954, StANU
Fertiggestellte neue Gänstorbrücke, 1952, StANU, Sammlung Metz

Ihr Schicksal teilt die Gänstorbrücke mit den anderen Donaubrücken der Doppelstadt: Durch die Luftangriffe der Alliierten wurde das 1912 eingeweihte Bauwerk zwar stark beschädigt, aber schlussendlich erst von der zurück­weichenden Wehrmacht am 24. April gesprengt.

1945 /1946 errichteten amerikanische Pioniere eine pro­visorische Brücke, die auch für den Lastenverkehr nutzbar war, über die knapp 80 Meter breite Donau.

Um eine neue, dauerhafte Brücke zu bauen, richteten beide Städte gemeinsam 1949 einen Wettbewerb aus. Der daraus resultierende Siegerentwurf stammt vom Bauingenieur Ulrich Finsterwalder
(1897–1988). Der Bau der neuen Brücke geschah in zwei Bauphasen unter Verwendung der Widerlager des Vorgängerbaus. Zunächst wurden zwei von vier Fahrbahnen errichtet, so dass der Verkehr schon über das neue Bauwerk fahren konnte. Nach deren Fertigstellung verschob man das Schalungs- (oder auch Lehr-) Gerüst seitlich, so dass es sich auch für die zweite Brückenhälfte nutzen ließ.

Durch diese effiziente Bauweise konnte die Brücke bereits am
10. Dezember 1950 eingeweiht werden. Zur feierlichen Verkehrs- übergabe trieben drei als Gänsehirten verkleidete Bauarbeiter
eine Schar Gänse über die Brücke.