Jahre danach

Gebaute Provisorien

Provisorisches Bahnhofsgebäude vor dem Neubau des mittlerweile auch nicht mehr stehenden Bahnhofs, Anfang 1950er-Jahre, StANU, Mangold
Verkaufsstand an der Ecke Augsburger- und Brückenstraße, links im Bild angeschnitten das Möbelhaus Mayer, dessen Neubau bereits abgeschlossen war, 1950, StANU, Heimatmuseum
Blick von St. Johann Baptist auf die Augsburger Straße Ecke Marienstraße. Im Bildhintergrund das bereits wieder errichtete Eckhaus von Betten Renftle, 1951, StANU, Heimatmuseum
Provisorische Bahnhofsbauten vor dem Neubau des Bahnhofs, Anfang 1950er-Jahre, StANU, Mangold
Verkaufsstand Ecke Augsburger- und Brückenstraße, Lageplan mit bereits eingezeichnetem neuen Straßenverlauf, 1949, StANU
Entwurfszeichnung für den heute noch stehenden Verkaufspavillon, 1947, StANU
Heute noch stehender Verkaufspavillon, Insel 7, 2019, StANU, Oleg Kuchar
Bauplan des Verkaufsstands Ecke Augsburger- und Brückenstraße, 1946, StANU

Vor allem der Wiederaufbau, das Fehlen der Baumaterialien und auch der Verkauf der Bausteine aus den Überresten der zerstörten Kasernen sind Thema von Berichten, die sich ab Juni 1945 erhalten haben. Die ganze Stadt wurde zu einer Baustelle. Im Volksmund sprach man davon, dass vor allem „B-M-W“ neu bauen würde: Bäcker, Metzger, Wirte.

Bevor der endgültige Wiederaufbau von Gebäuden in den Fokus rückte, bauten viele Einzelhändler zunächst provisorische Verkaufsräume, auch vor ihren Grund­stücken, auf.

An der nordwestlichen Ecke Augsburger- und Brückenstraße stand ein Verkaufsstand, dessen Geschichte gut dokumentiert ist: Es war wie bei konventionellen Bauanträgen zunächst ein Bauantrag bei der Stadt einzureichen. Daraufhin konnte man, ebenfalls an die Stadtverwaltung, einen Antrag auf Zuteilung des Baumaterials nach Abschätzung stellen. Scheinbar wurde hier damals positiv entschieden, so dass der Verkaufsraum 1946 in Betrieb genommen werden konnte. Er bestand bis ca. 1950, bis die Verkehrsplanungen den Abbruch zur Folge hatte.

Wichtige Versorgungsbauten wie Bahnhof oder Postamt wurden provisorisch errichtet, ehe sie in den späteren Jahren, insbesondere nach der Währungsreform 1948 und dem damit einhergehenden „Wirtschaftswunder“, vollständig in neuer Gestalt errichtet werden konnten.