Kriegsjahre

Luftschutz

Jeder war zur Durchführung der Selbstschutzmaßnahmen verpflichtet und musste sich dem Reichsluftschutzbund unterordnen, 1945, StANU
Ein kleines Mädchen beim Abfüllen von Löschsand, 1944 StANU
Am Tag der Wehrmacht 1942 präsentiert das Militär stolz zwei Flugabwehrkanonen auf dem Petrusplatz. StANU
Flakstellungen auf der Gänstorbrücke und auf dem Gebäude der Firma Karl Gaiss­maier, 1944, StANU, Sammlung Welte
Auflistung der Aufenthalte im Luftschutzkeller bei Fliegeralarm in einem Pfuhler Luftschutzkeller, StANU, Horst Hörger
Luftschutzapotheke, 2016, Edwin Scharff Museum, Stadtgeschichtliche Sammlung. Foto Buhl.
In der Tagespresse wurde obligatorisch in jeder Ausgabe auf die Verdunklungszeiten hingewiesen, 1944, Quelle unbekannt
Splitterschutztüren in der Schützenstraße, 2020, StANU
Hinweispfeile auf den Luftschutzkeller in der Luitpoldstraße. Ein weiterer Pfeil befindet sich an der Ecke des heutigen Brickstone Hostels in der Schützenstraße. Er weist den Weg in den Luftschutzkeller auf der Rückseite des Gebäudes, 2020, StANU
Luftschutzgitter der Firma Mannesmann, 2020, StANU

„Krieg. Verdunkelung. Lebensmittelkarten. Siegesmeldungen.
Der Luftschutz wird neu organisiert. Auf dem Schwal beim Ehrenmal geht ein Flak­geschütz in Stellung. Auf mehreren Häusern wurden Flak­stände montiert und sogar auf der neuen Donau­brücke. Rechts an der Memminger Straße nach Ludwigsfeld bezog eine Batterie Flak 8,8 Stellung.“
August Welte

Ulm und Neu-Ulm bildeten einen gemeinsamen Luftschutzort I. Ordnung. Die Bundesfestung und die geo­grafische Lage der Stadt mit einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt machten die beiden Städte zu einem besonders gefährdeten Gebiet. Neu-Ulm war im Gesamtgefüge das Luftschutzrevier 4. Die Befehlsstelle befand sich im Rathaus in der Maximilianstraße 2 und unterstand der Befehlszentrale im Neuen Bau in Ulm.

Das Militär war für den aktiven Luftschutz verantwortlich. Hierzu zählte die Luftraumüberwachung mittels Radar, Beobachtern und Flugabwehrkanonen. Auf dem Gebäude der Firma Gaissmaier an der Gänstorbrücke befand sich (neben zahlreicher weiterer Standorte) auf dem Dach ein Geschützstand mit einer Flugabwehrkanone.

Die Spuren dieser Maßnahmen sind auch heute noch in den Gebäuden und Straßen sichtbar. Pfeile unter einigen Fenstern in der Luitpold-straße, Splitterschutztüren in der Schützenstraße und Lüftungsgitter auf den Gehwegen sind noch Zeugnisse der Infrastruktur des Luftschutzes.

Der passive Luftschutz gewährleistete den Bau von Bunkern, die Installation von Sirenen und die Abdeckung von Lichtschächten und Fenstern der Luftschutzkeller. Luftschutzverordnungen schrieben Verhaltensmaßregeln während eines Angriffs vor. Wie bei der Beschaffung wichtiger Rohstoffe, so ist auch die Beteiligung der Menschen in einer flächendeckenden Durchführung von zentraler Bedeutung.

Das Abfüllen von Löschsand, die Ausstattung der Bunker mit Decken und einer Luftschutzapotheke und der Ausbau der unterirdischen Fluchtstrukturen waren Aufgaben der Bevölkerung.