Kriegsjahre

Material für die Front

Neben Sachspenden wurde auch Geld gesammelt, 1942, StANU, Heimatmuseum
Unter dem Porträt von Adolf Hitler arbei­teten die Beschäftigten des Betriebes unter Hochdruck an der Fertigung von Materialien für die Wehrmacht, 1942, StANU, Heimatmuseum
Soldaten verluden die vom Winterhilfsdienst gesammelten Materialien in einen Waggon zum Weitertransport an die Ostfront, 1942 StANU, Heimatmuseum
1942 wurden die Bronze-Löwen des Kriegerdenkmals für die gefallenen Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 / 71 abgenommen. Sie wurden zusam­men mit den übrigen gesammelten Metallen (auch denen aus Ulm) zum Sammelplatz am Bahnhof gebracht, um zu den Fabriken der Rüstungsindustrie nach Hamburg transportiert zu werden, 1942 StANU, Heimatmuseum
Frauen und Mädchen verarbeiteten die Spinnstoffe zu Mützen, Handschuhen und Decken StANU, Welte

„Auch du! Der Feind streckt seine Hände nach deinem Hab und Gut. Hilf mit durch deine Spende, daß er’s vergeblich tut“
Ulmer Tagblatt, 22.1.1945

Rohstoffe waren von Kriegsbeginn an knapp. Für die eisigen Wintermonate an der Ostfront sammelte der Bund Deutscher Mädel unter der Parole „Dein Soldat friert“ für das Winterhilfswerk Spinnstoffe, aus denen die Frauen Mützen, Handschuhe und Decken strickten. Mit dem Güterzug wurden die wärmenden Wollsachen dann an die Ostfront nach Russland gefahren. Auf dem Waggon stand
„Ein warmer Gruß an die Ostfront aus Neu-Ulm“.

Die Schülerinnen und Schüler sammelten Materialien wie Papier, Metalle, Alteisen und Knochen. Aus letzterem konnte unter anderem Leim hergestellt werden. Als Anreiz für die Teilnahme an den Sammelaktionen befreite man die Kinder von ihren Schulaufgaben. Auch die sogenannten „Nahrungswerte“ aus Wald und Flur wurden gesammelt: Heil- und Teepflanzen, Pilze, Wildfrüchte und nicht zuletzt Holz. Ganze Schulklassen waren zum Sammeln des „Leseholzes“ verpflichtet. Selbst die Küchenabfälle eines jeden Haushaltes sammelte man für das Ernährungshilfswerk im „Saukübele“ zur Schweinemast.

Unter Schlagworten wie „Volksopfer“ oder „Liebesgaben“ und mit Aktionen wie der Reichsstraßensammlung, der Eintopfsonntage oder Opfersonntage mobilisierte das Militär die Bevölkerung zur Abgabe ihres Hab und Guts.

Firmen waren ihrem Gewerbe gemäß zur Herstellung von kriegs-notwendigem Material verpflichtet, Schüler sammelten alle Arten von Materialien. Kirchturmglocken und Denkmäler aus Metall demontierte man um sie einzuschmelzen. Der Neu-Ulmer Bahnhof war Sammelpunkt für Ulm und Neu-Ulm.

Der Bund Deutscher Mädel sammelte für das Winterhilfswerk Kleidung und Spinnstoffe für die Soldaten, 1943, StANU, Heimatmuseum
Behelfssammelwagen mit der Aufschrift „Dein Soldat friert“, 1941, StANU, Mangold